Ausstattung der Pflegeperson

Wenn beruflich Pflegende pflegerische Tätigkeiten an Personen ausüben, gibt es für sie einige Vorgaben und Hinweise, wie sie gekleidet sein sollten. Dies müssen Sie als pflegender Angehöriger nicht genauso übernehmen, dennoch lassen sich einige Grundsätze aus der professionellen Pflege gut auf die häusliche Pflege übertragen. 

Durch die richtige Kleidung und unter der Berücksichtigung der im Folgenden erläuterten Aspekte bei der Durchführung pflegerischer Tätigkeiten können Sie vorbeugend etwas für Ihre eigene Gesundheit tun. Hier ein paar einfache Tipps für Ihre Ausstattung als Pflegeperson:

Insbesondere für die Hilfe bei der Körperpflege, Unterstützung beim Umsetzen und Laufen oder den Lagerungswechsel im Bett sollten Sie Kleidung wählen, die dafür geeignet ist, diese und weitere Tätigkeiten sicher und korrekt auszuführen. Damit ist insbesondere gemeint, dass Sie sich selbst gut bewegen können und nicht durch Ihre eigene Kleidung eingeengt oder behindert werden. Daher sollte die Kleidung:

✓ bequem und nicht zu eng sein (damit Sie Ihre eigene Beweglichkeit nicht einschränken)
✓ nicht zu weit sein (damit Sie nirgendwo hängen bleiben)
✓ besser aus einer bequemen Hose statt eines Rockes oder Kleides bestehen

Für bestimmte Tätigkeiten (z. B. Inkontinenzversorgung) kann es zudem sinnvoll sein, Schutzkleidung (Plastikschürze, Einmalhandschuhe) zu tragen.

Schuhe sollten Ihre Füße unter anderem vor Flüssigkeiten oder schmerzhaften Stößen an Ecken und Kanten schützen und Ihnen zudem eine gute Standfestigkeit geben. Diese kann beispielsweise wichtig sein, wenn Sie jemanden beim Laufen unterstützen. Daher empfiehlt es sich, bei der Auswahl der Schuhe, mit denen Sie pflegerische Tätigkeiten durchführen, auf folgende Eigenschaften zu achten:

✓ Vorne und hinten geschlossen (damit der Schuh gut am Fuß sitzt und ihn stützt)
✓ Leicht abwaschbar (damit der Schuh bei Bedarf gereinigt werden kann)
✓ Stoßdämpfende, vollflächig aufliegende Sohle mit rutschhemmenden Eigenschaften (damit Ihre Gelenke geschont werden, Sie standsicher sind und auf feuchtem Untergrund nicht so leicht ausrutschen)
✓ Hat einen in die vollflächig aufliegende Sohle integrierten Absatz von bis zu 2 cm Höhe (da dies als ergonomisch betrachtet wird)

Natürlich sollten die Schuhe auch bequem sein und von Ihnen gerne getragen werden.

Frisur, Fingernägel und Schmuck können unsere Persönlichkeit unterstreichen. Dieser individuelle Ausdruck trägt häufig zu unserem Wohlbefinden bei. Für die Durchführung pflegerischer Tätigkeiten ist jedoch nicht jede Frisur oder Fingernagellänge sinnvoll. Daher gibt es auch hier ein paar Empfehlungen, die Sie zu Ihrem eigenen Schutz beherzigen sollten:

✓ Lange Haare für die Dauer der Pflegetätigkeit zusammenbinden oder hochstecken (damit Sie nirgendwo hängen bleiben, keine Keime übertragen werden oder der Pflegebedürftige nicht daran ziehen kann)
✓ Fingernägel höchstens bis zum Abschluss der Fingerkuppen tragen und rund schneiden (damit Sie ein Einreißen der Nägel, eine Keimübertragung oder die Beschädigung von Schutzhandschuhen verhindern können)
✓ Während der Pflege keinen Schmuck tragen (damit auch hier Hängenbleiben, Keimübertragung oder mögliche Verletzungen des Pflegebedürftigen verhindert werden)

Diese kleinen und schnell umzusetzenden Tipps helfen Ihnen, bei der Pflege eines anderen Menschen gesund zu bleiben. Bitte beachten Sie jedoch auch: Diese Hinweise beziehen sich natürlich nur auf Situationen, in denen Sie aktiv pflegend tätig werden. Nutzen Sie die restliche Zeit des Tages, um sich bequem, lässig, schick und schön anzuziehen – je nachdem, wie Sie sich gerade fühlen. Auch dies können kleine Phasen der Erholung und des Wohlbefindens sein.

Um den Hautkontakt beim Umgang mit Blut, Urin, Kot und anderen Körperflüssigkeiten zu vermeiden, können Sie Schutzkleidung wie Plastikschürze und Einmalhandschuhe tragen.

Bei der Verabreichung von Salben und anderen medizinischen Produkten sollten Sie ebenfalls Schutzhandschuhe benutzen. Falls Sie durch das Tragen von Gummi- und Latexhandschuhen Unverträglichkeiten aufweisen, sollten Sie auf PVC- oder Vinyl-Handschuhe ausweichen.

Darauf sollten Sie bei der Auswahl von Einmalhandschuhen für die Pflege achten:

✓ Dünnwandige, flüssigkeitsdichte, allergenarme Einmalhandschuhe, beispielsweise aus Vinyl oder Nitrilkautschuk
✓ Einmalhandschuhe mit langen Stulpen

Darauf sollten Sie beim Kauf von Einmalhandschuhen für Reinigungsarbeiten im Haushalt achten:

✓ Haushaltshandschuhe mit langen Stulpen zur Mehrfachbenutzung
✓ Mindestens zwei Paar zum Wechseln vorrätig halten

Die Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen stellt die Pflegepersonen bis heute vor eine große Aufgabe. Ihnen wird vor allem ein hohes Maß an körperlichem Einsatz abverlangt. Es gibt viele Situationen im Laufe eines Tages, in denen ein Pflegebedürftiger im häuslichen Bereich auf die Unterstützung einer Pflegeperson angewiesen ist. Vielfach handelt es sich um Hebe- und Tragevorgänge, bei denen die Position des Pflegebedürftigen verändert wird. Dies belastet die Gesundheit, insbesondere den Rücken der Pflegeperson. Deshalb wurden in den letzten Jahren Hilfsmittel und Konzepte zum Bewegen von Pflegebedürftigen entwickelt, die bei richtiger Anwendung eine große Entlastung für die pflegenden Angehörigen sein können.

Täglich haben wir Kontakt mit einer Vielzahl von Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Pilzen. Wir atmen sie ein, sie besiedeln unseren Körper; wir husten und niesen Erreger durch die Luft. Sie gelangen auf unsere Hände, indem wir andere Menschen oder besiedelte Gegenstände berühren.

Unser Immunsystem bietet im Allgemeinen einen wirksamen Schutz gegen Krankheitserreger und gegen bestimmte Erreger kann man sich impfen lassen. Eine komplett keimfreie Umgebung ist bei der Pflege eines Angehörigen nicht möglich und auch nicht notwendig. Einfache Hygienemaßnahmen können jedoch dazu beitragen, sich selbst und den Pflegebedürftigen zu schützen:

✓ Sich regelmäßig die Hände waschen
✓ Die Hände gründlich waschen
✓ Die Hände aus dem Gesicht halten
✓ Beim Husten und Niesen Abstand halten und wegdrehenbr>✓ Verletzungen und Wunden an den Händen abdecken
✓ Bei einer eigenen Infektion Abstand halten
✓ Die Wohnung regelmäßig reinigen
✓ Auf Sauberkeit bei der Essenszubereitung achten
✓ Geschirr und Wäsche heiß waschen
✓ Regelmäßig lüften

Bei Beachtung dieser grundsätzlichen Hygieneregeln verläuft der Kontakt mit Krankheitserregern auch bei der Pflege von Angehörigen in der Regel harmlos.

Bestimmte pflegerische und medizinische Tätigkeiten bergen allerdings ein erhöhtes Infektionsrisiko. Dies ist stark abhängig von den konkreten pflegerischen und medizinischen Maßnahmen, vom Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen und manchmal auch vom Gesundheitszustand der Pflegeperson. Ursachen für ein erhöhtes Infektionsrisiko können zum Beispiel chronische Erkrankungen, funktionelle Einschränkungen, Immobilität, Wunden (z. B. Decubitus) oder Bewusstseinsveränderungen des Pflegebedürftigen sein. Der enge persönliche Kontakt kann zudem eine Übertragung von Krankheitserregern begünstigen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht beispielsweise, wenn

• die pflegebedürftige Person bei der Mundhygiene unterstützt werden muss,

• Inkontinenzvorlagen gewechselt werden müssen,

• der Mund- und Rachenbereich abgesaugt werden muss,

• die pflegebedürftige Person bei den Toilettengängen und der Intimhygiene unterstützt wird,

• ein künstlicher Darmausgang versorgt werden muss,

• Urinbeutel gewechselt werden müssen,

• mit Körperflüssigkeiten verschmutzte Wäsche der pflegebedürftigen Person gewaschen werden muss,

• Injektionen mit Spritzen oder Insulinpens verabreicht werden müssen,

• Druckgeschwüre behandelt werden oder

• Wundverbände gewechselt werden.

Eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen bei diesen Tätigkeiten ist die hygienische Händedesinfektion

✓ vor der Bereitstellung von Infusionen/ vor Zubereitung von Medikamenten,
✓ vor Injektionen,
✓ vor Kontakt mit einem abwehrgeschwächten Angehörigen,
✓ vor und nach Kontakt mit Körperbereichen, die vor Kontamination geschützt werden müssen (z. B. Wunden beim Verbandswechsel, Pflege des Tracheostoma),
✓ nach Kontakt mit Blut, Exkreten oder Sekreten,
✓ nach Kontakt mit infizierten oder kolonisierten Angehörigen, von denen Infektionen ausgehen können oder die mit Erregern von besonderer hygienischer Bedeutung besiedelt sind (z. B. MRSA),
✓ nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Gegenständen, Flüssigkeiten oder Flächen (z. B. Urinsammelsysteme, Absauggeräte, Trachealtuben, Drainagen, Schmutzwäsche)
✓ nach Ablegen von Einmalhandschuhen bei tatsächlichem oder möglichem Erregerkontakt oder nach sichtbarer Verunreinigung.

Immer dann, wenn die Möglichkeit besteht, dass die Hände mit Blut, Urin, Kot oder anderen Körperflüssigkeiten kontaminiert werden, müssen medizinische Einmalhandschuhe getragen werden. Diese sollten aus Nitrilkautschuk oder Vinyl sein und über die Handgelenke reichen, sodass auch die Körperwäsche damit durchgeführt werden kann. Damit die Handschuhe vor Erregern sowie in bestimmtem Umfang vor Chemikalien schützen, müssen sie der Normenreihe DIN EN 455 entsprechen.

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